Unterwegs
Obskure Kneipen am grossen Strom,
Kaffee aus winzigen Tassen,
eine kurze Rast am alten Dom,
in der Menge sich treiben lassen.
Träge sitzen am Brunnenrand,
kleine Wasserperlen im Haar.
In den Schuhen knirscht der Sand,
zu Füssen turtelt ein Taubenpaar.
Schmutzige Engel mit gierigem Blick
Stehen lächelnd vor der Tür,
ihre Stimme ruft dich schmeichelnd zurück,
heissen Tee servieren sie Dir.
Feuerschlucker mit verbrannter Haut
Erhellen die dämmrige Promenade.
Ein alter Seebär sitzt dort und schaut
Aufs Meer und seufzt „wie schade„.
Bunte Blumen blühn in Fässern
Vor Häusern in schmalen Gassen,
Du hörst das dumpfe Hacken von Messern,
scharfe Düfte, du kannst sie fassen.
Hunde scharren in urinigen Ecken,
alte Frauen sticken vor der Tür.
Katzen, die sich in der Sonne strecken,
schielen überheblich nach dir.
Regen fällt auf staubige Bäume,
Gras richtet langsam sich auf.
Ein junges Mädchen träumt seine Träume,
Du lässt den Dingen ihren Lauf.
Fragst mal wieder nach am Hafen,
wann geht das nächste Schiff ?
Wirst wieder mal auf Zwischendeck schlafen,
eingekeilt zwischen Leiber und Mief.
Und nachts siehst du geradewegs in die Sterne
Und die Gischt spritzt Dir ins Gesicht
Und mit nassen Augen siehst Du in der Ferne
Ein schwaches gelbes Licht.
(katmarie)

(Foto: privat)